So wird das Kochen leichter.

1926 kommt die junge, sozial engagierte, kommunistische Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1997-2000) in die Main-Metropole. Ihre Aufgabe: eine kompakte Standardküche zu entwickeln, die weit über 10.000 Mal in Sozialwohnungen eingebaut werden soll. Die bis ins letzte Detail durchdachte und abwaschbare Frankfurter Küche wird zur Mutter aller Einbauküchen.

Die Frankfurter Küche, 1926/27

Sie ist so praktisch wie ein industrieller Arbeitsplatz: Die Wege sind kurz, alle wichtigen Dinge mit einem Handgriff erreichbar. Das Bügelbrett ist ausklappbar, die Schränke sind mit Schiebetüren versehen, die Lebensmittel in Schütten angeordnet – alles lackiert in einem fliegenabweisenden Petrolton.  

DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Humboldt-Film GmbH (Berlin)

Spätere Feministinnen sind der praktischen Küche gegenüber kritisch: Hausarbeit sei hier reine Frauensache, die Arbeit zwar leichter, aber isolierter. Margarete Schütte-Lihotzky war aber bis zu ihrem Tod eine revolutionäre und feministisch denkende Architektin und wollte ganz und gar nicht auf ihren Küchenentwurf reduziert werden. Allein: Die männliche Kollegenschaft wies ihr lange diesen Platz zu.  

Die FF Küche des FMH stammt aus einem sozialen Wohnblock in Frankfurt, der zum Abriss bestimmt war. Das Museum bekam diese 2001 im Rahmen der Ausstellung „Brennpunkt Küche“ geschenkt. Für die Ausstellung BLITZBLANK! wurde das Objekt 2023 restauriert und die fehlenden Elemente rekonstruiert. Im Rahmen des vom BMKÖS geförderten Projektes „Kulturerbe digital“ wurde zudem ein interaktives, online zugängliches Modell der Küche entwickelt, das hier allen Interessierten zur Verfügung steht.

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